Sonntag, 30. Dezember 2007

Go to Goa

Das richtige Datum dieses Blogs muss lauten: 30.10.07

In grosser Vorfreude auf unseren Flug heute aufgewacht, aber die Freude wurde erst einmal dadurch getruebt, dass ich wohl gestern abend beim Herausnehmen der Kontaktlinsen die linke verloren habe, sie fand sich dann im getrockneten Zustand auf dem Fussboden unterm Esstisch wieder, ich bin deshalb wirklich sehr traurig, und dann standen ploetzlich Christian und Matthias wieder vor der Wohnungstuer und konnten nicht zur Arbeit fahren, weil die Rikschas heute streikten. Die Regierung will sie wohl verbieten und es sollen dafuer nur noch richtige Auto-Taxen fahren. So, das fing ja gut an. Lena beruhigte mich, indem sie mir versicherte, dass wir auch mit dem Bus noch rechtzeitig am Flughafen ankommen wuerden. Also wurden zum Fruehstueck Eierpfannkuchen gebacken, die restlichen Sachen zusammengepackt und dann ging es los zur Busstation. Meine Bedenken bestaetigten sich,der Bus war sehr, sehr voll, aber immerhin bekamen wir einen Platz innerhalb des Busses und mussten nicht auf dem Trittbrett stehen. Wir erreichten sehr zeitig und wesentlich preisguenstiger den Flughafen und dann ging es in einem kleinen, neuen Flugzeug von Hyderabad innerhalb eineinhalb Stunden gen Goa, ab in die Strandferien. In dieser kleinen Maschine erlebten wir Abflug und Landung sehr gefuehlsecht, ich sah mich veranlasst, mal schnell das Vorhandensein eines Tuetchens zu ueberpruefen.... (Wurde aber nicht benoetigt). In Goa angekommen, ignorierten wir vehement die sich auf uns stuerzenden Taxifahrer und erkundigten uns nach der Bushaltestelle. Puh, hier ist es ja noch heisser als in Hyderabad, aber windiger. Es sind 32 Grad!
Nach kurzem Suchen fanden wir die richtige Haltestelle und ich war wieder Anlass zur Belustigung, weil ich an der Haltestelle etwas Wasser aus meiner Flasche trank und dabei den Flaschenhals mit dem Mund beruehrte. Das finden die Inder ganz iiieeehh - glaub ich. Sie schuetten sich das Getraenk von weitem in den Mund. Jedenfalls ging es dann erst einmal mit dem Bus nach Margao und mit weiteren drei Bussen, die unterschiedlich mehr oder weniger sehr ueberfuellt waren, erreichten wir unser Ziel voellig verschwitzt und ausgehungert in Palolem. Auffallend viele langhaarige blonde Frauen, viele Souvenir-Shops und ein riesengrosser Sandstrand, an dem entlang Restaurants Speisen aus aller Welt anbieten und dazwischen immer wieder kleine Huetten, mal auf Stelzen, mal ebenerdig zur Vermietung angeboten werden. Wir entschlossen uns nach dem zweiten Anlauf fuer eine kleine Huette mit Balkon, auf dem zwei Korbstuehle stehen, auf denen wir die Strapazen der Reise von uns fallen lassen wollten, aber sogleich die Stechmuecken ueber uns herfielen. Dann hat sie noch einen kleinen Raum, der fast komplett von einem Bett ausgefuellt wird, einen Ventilator, ein Moskitonetz und einen abgetrennten Teil mit einem europaeischen WC , ein kleines Waschbecken und an der Wand einen Duschkopf. Also alles, was man zum Strandleben braucht. Nachdem wir uns mit Antistechmueckeneinreibzeugs versorgt hatten, suchten wir uns ein Tischchen mit Blick aufs Meer in einem kleinen Restaurant aus und Lena hatte endlich den ersehnten Frischfisch und ich - wie immer - mein Huehnchen. Nach einem kleinen Bummel durch Ruedesheim am Indischen Ozean sind wir nun in einem Internetcafe gelandet und ich werde mir gleich noch den passenden Hindu-Gott suchen, zu dem ich um eine ungezieferfreie Matratze in unserem Huettchen beten kann. Und morgen werden wir uns das Strandleben mal anschauen, viele Spaziergaenger, eine Kuh und etliche streunende Hunde haben wir schon getroffen am Strand und im Dunkeln geht man das Risiko ein, auf einen Kuhfladen zu treten. Wir haben uns vorhin auch schon mal nach einem Badeanzug umgeschaut, den ich leider nicht von zu Hause mitgenommen habe, aber entweder gibt es Bikinis oder diese indischen Badeanzuege mit Bein und Ballonroeckchen drueber. Das ist mir dann doch zu wild.