Dienstag, 23. Oktober 2007

Moni zum 1. Mal allein zu Haus

Montagmorgen, frühes Leben in den klebrig-feucht-warmen Wohnräumen, Lena nutzt die Gelegenheit, eine Bluse mit 3/4-Ärmeln anzuziehen, da es heute etwas kühl sei.... Bin noch sehr verschlafen, reibe mir vom gestrigen Ausflug die Sandkörner aus den Augen und frage mich, ob meine Tochter den Verstand verloren habe, liege im Bett und schwitze – ohne mich zu bewegen – wie ein Bauarbeiter und Lena nutzt die Kühle des Tages, um etwas Langärmeliges anzuziehen?

Was will man von einem Menschen verlangen, der sich in seiner Kindheit Kartoffelsuppe als Festessen für Weihnachten gewünscht hat, während andere sich an Weihnachtsgänsen labten? Auf jeden Fall ist die Bluse, die sie sich hier in Indien gekauft hat, wunderschön und: Soll sie doch schwitzen.

Alle Drei verließen um 8.30 Uhr das Haus, um mit der Rikscha zu ihrer Arbeitsstelle zu fahren und ich hatte den Tag zur Verfügung, mich mit der Buntwäsche und der Küche zu befassen - hier wird die Wäsche noch mit den Händen geschrubbt und dann auf der Dachterrasse aufgehängt – sowie mal meine Blogeinträge nachzuholen. Vielleicht auch etwas einzukaufen oder mir einen Snack, ein Samosa, ein köstliches, mit Kartoffelstückchen und Erbsen gefülltes frittiertes Kleingebäck, an der Ecke zu besorgen. Nix dergleichen, keinen Meter habe ich mich vor die Tür bewegt, war zu sehr mit Wäsche, Emails und Blogeinträgen beschäftigt, die ich mehrfach neu schreiben musste, weil mich das Internet mehrmals im Stich ließ und ich natürlich nichts abgespeichert hatte.

Gegen 20 Uhr kamen die (indischen) Drei (von der Tankstelle) mit Tüten voll Wasserflaschen und zwei zuckersüssen, saftigen Annanassen und künstlich-roter Glibberzahnpasta (man ist versucht, diese Masse an die Decke zu werfen, wie früher die Slimies) nach Hause und wir bereiteten das Abendessen, bestehend aus den restlichen Schweinesteaks aus Wallerstädten und Gurken-Tomaten-Salat und Toast aus Spencer's Supermarkt.

Dann verschwanden die Drei hinter ihren Notebooks und alle bedauerten Matthias, der nun endlich seit Samstag Internet hat, aber sich gleichzeitig auch einen Virus gefangen hat. Das Leben ist hier wirklich nicht einfach ;-)

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